Begegnungstage zur NS-Zwangsarbeit in der Pulverfabrik Liebenau

Am 07. und 08. Mai 2018 nahmen zwei unserer Schüler und die Schulsozialarbeiterin Frau Köhn an den internationalen Begegnungstagen der Pulverfabrik Liebenau teil. Die Veranstaltung startete morgens um 9:00 Uhr mit einer Begrüßung und einer mehrstündigen Führung über das Pulverfabrikgelände, mit der Begehung vieler Gebäude und Bunker. Dadurch wurden das wahre Ausmaß und die geschichtliche Bedeutung dieses Ortes noch stärker verdeutlicht.

Nach einem Mittagessen im Hotel Sieling schloss sich am Nachmittag ein ausführlicher und emotionaler Zeitzeugenbericht des mittlerweile 92- jährigen Karl Payuk aus der Ukraine an. Als ehemaliger Häftling des „Arbeitserziehungslagers Liebenau“ und der Konzentrationslager Neuengamme, Drütte (Salzgitter) und Bergen Belsen, berichtete er in ruhigen und sachlichen Worten über diese besonders prägenden Abschnitte seines Lebens.

„Lassen Sie die Erinnerung an uns nicht sterben… Ich durchlitt alles, was ein Mensch durchleiden und ertragen kann, mehrfach stand ich mit einem Fuß in der anderen Welt. Mein Schicksal ist tragisch…!“ (K. I. Payuk)

 

Am Dienstag begann um 9:00 Uhr die Fortführung der Berichtspräsentationen:

Nataliya Derewjanko trug uns das tragische Schicksal ihrer Großtante Katerina Derewjanko vor, die mittlerweile leider verstorben ist.

Die Familien Smit-Brouwer aus den Niederlanden, berichteten über ihre Eltern Evgenia Tkatschenko (Ukraine) und Cornelis Brouwer (Niederlande), die sich als ehemalige Zwangsarbeiter in der Pulverfabrik begegnet und gemeinsam geflohen sind. Es folgten zwei weitere Schilderungen und ein anschließendes Mittagessen.

Um 16:00 Uhr wurde eine Gedenkfeier auf der Kriegsgräberstätte Hesterberg mit rührenden Worten, Blumenniederlegung und Gesang durchgeführt.

Die Begegnungstage waren für uns als Teilnehmer und Zuhörer zwei äußerst interessante, lehrreiche und intensive Tage, die uns erneut die Notwendigkeit des Erinnerns und der Verbreitung dieser geschichtlichen Ereignisse verdeutlicht haben. Wir bedanken uns bei Martin Guse, für die Ermöglichung der Teilnahme und bei allen Vortragenden!